1895 - 1945

Bereits 1895 gründeten Hermann Kaiser, Heinrich Kaiser und Bernhard Gemmecke das Unternehmen Gebr. Kaiser & Co., Galvanische Anstalt.  In einer kleinen Werkstatt am Wohnhaus in der Karlstrasse in Neheim fing alles an.

Die Firma Kaiser Söhne wurde 4 Jahre später gegründet und blickt auf eine mehr als hundertjährige Tradition zurück.

 

1897…
führte Hermann Kaiser bereits das Unternehmen allein und stellte Lampenteile und kurz danach auch komplette Petroleumlampen als erstes Unternehmen günstig aus Weißblech her. Dieser neue, preiswerte Petroleumlampentyp verkaufte sich so gut, dass das Unternehmen rapide wuchs und damit den Weltmarkt eroberte. Auf der Leipziger Messe stellte das Unternehmen ihre für jedermann erschwinglichen Lampen aus und begründet den Export nach Indien, China und Japan.

1899…
siedelte Gebr. Kaiser & Co. an die Möhnestrasse / Rottstrasse um. Aufgrund der erfolgreichen Vermarktung der Petroleumlampen stieg die Mitarbeiterzahl immens an. Der rastlose Hermann Kaiser suchte nach weiteren Tätigkeitsfeldern und fand diese mit dem Vertrieb von Ölen und Säuren, welche die Neheimer Fabriken in großen Mengen benötigten. 1899 schloss Hermann Kaiser einen Vertrag mit dem Benzolverband und gründete in seinem Unternehmen die Benzolabteilung Kaiser Söhne. Hermann Kaiser ließ für Kaiser Söhne einen Bahnanschluss zur Ruhr-Lippe-Kleinbahn herstellen. Für die Benzolabteilung der Gebr. Kaiser & Co. war dieser von wesentlicher Bedeutung. Ab 1890 erlangte das Benzol eine technische derartige Vervollkommnung, dass es allgemein als Kraftstoff für Fahrzeuge Verwendung fand. Große Stückzahlen der von Gebr. Kaiser & Co. hergestellten Petroleum-lampen werden zusammen mit dem Petroleum von der Benzolabteilung Kaiser Söhne vertrieben.

1921…
wandelte Hermann Kaiser die Benzolabteilung in ein rechtlich selbständiges Unternehmen um. Das Unternehmen Kaiser Söhne wurde in das Handelsregister eingetragen. Es wurden zahlreiche „Niederlagen“ (heute Niederlassungen und Vertretungen) gegründet. Die Standorte befanden sich in Brakel (Kreis Höxter), Altena, Iserlohn, Hohenlimburg, Lippstadt, Siegen und Werl. Der Gleisanschluss des Unternehmens erweist sich als die Entscheidung mit sehr großem Weitblick. Der Bahnhof Neheim-Hüsten wächst zum bedeutenden Eisenbahnsammelpunkt. Der tägliche Güterumschlag von mehr als 2.000 t übertrifft selbst Städte wie Hamm und Münster. Das Unternehmen Kaiser Söhne ist mit dieser Bahnanbindung und an den Schnittpunkten der Bundesstraßen 229 und 7 für den regionalen und überregionalen Handel gut platziert. Ebenso wuchs Kaiser Söhne durch geschickt geschlossene Verträge außerordentlich.

  • Die Deutsch-Amerikanische Petroleum-Gesellschaft D.A.P.G. (Vorläufer der ESSO Deutschland) mit Benzin „DAPOLIN“,
  • die Mineralraffinerie vorm. Aug. Korff, Bremen mit Autoölen und Fetten der Marke VELOXOL,
  • und die Hamburg-Amerikanische Mineralöl-Gesellschaft m.b.H., Hamburg mit Autoölen und Fetten der Marke „VEEDOL“

schließen mit Kaiser Söhne Verträge als Generalvertreter für Westphalen. Kaiser Söhne versorgt in dieser Zeit über 100 Tankstellen. Zechenbenzol, Benzin, Duolin-Benzolbenzin, Gasöl für Bulldoggs und Traktoren, Auto- und Maschinenöle, Staufferfette und Karbid liefert Kaiser Söhne per Schnell-Lastwagen dem Kunden „franko Haus“ – so in einer Werbung im Heimatkalender 1926 nachzulesen.

1929…
brannte das Unternehmen Gebr. Kaiser ab und das Lager der Kaiser Söhne Mineralöle wurde stark in Mitleidenschaft gezogen. Sofort wurde ein für damalige Verhältnisse riesiges Mineralöllager neu errichtet. Die Fabrik für explosionssichere Gefäße aus Salzkotten baute eine unterirdische Tankanlage mit einem Tankfassungsvermögen von 100.000 Liter, das größte weit und breit.

1930…
Die Entwicklung der Kraftverkehrswirtschaft und der metallverarbeitenden Betriebe bewirkte eine weitere Spezialisierung des Unternehmens – zum Fachhändler für Motoren- und Industrieöle und Fette mit zahlreichen Werkvertretungen. Der Verkauf an Auto- und Maschinenölen betrug pro Jahr über 40.000 Kilogramm – damals ein gigantischer Absatz. Der Vertrieb von Gasöl wurde aufgenommen, heute bekannt als Heizöl und Diesel.

Sammlung Euler

1943…
In der Nacht vom 16. auf den 17. Mai wird die Möhneseesperrmauer von Bomben getroffen. 110 Millionen Kubikmeter Wasser wälzen sich in einer bis zu 8 Meter hohen Flutwelle durch das Möhnetal und erreichen Neheim. Die Gebäude und Einrichtungen der Kaiser Söhne Mineralöle an der Möhnestrasse werden zerstört und vieles mit den Fluten weggerissen. Es sieht wie nach einem Bombenangriff aus. Dennoch – nach einem halben Jahr ist fast wieder alles aufgebaut, und der Betrieb läuft wie vor diesem schrecklichen Ereignis.

1944…
Am 19. September 1944 verstirbt Hermann Kaiser. Er hinterlässt seine Gattin und elf Kinder nebst 27 Enkelkindern.

1945…
Die Wirtschaftsbetriebe im Kreis Arnsberg stehen unter dem Besatzungsrecht der Briten. Ablieferungen von damals sehr knappen Mineralölprodukten durften nur mit der Einzelgenehmigung des britischen Offiziers erfolgen. Und, die Briten arbeiten nur mit Betrieben zusammen, die zuvor mit amerikanischen oder englischen Mineralöl-gesellschaften Geschäftsbeziehungen hatten. Durch die bestehende Generalvertretung für die D.A.P.G. erhielt Kaiser Söhne in den ersten Monaten nach dem 2. Weltkrieg ungewollt ein Gebietsmonopol für Mineralöl- und Benzolprodukte in der Region.

1966 - heute

1966…
Die Deutsche ESSO AG kauft das Unternehmen Kaiser Söhne von Walter und Hermann Kaiser und baut es als erste eigene Vertriebgesellschaft aus. Der beginnende Autoboom sorgt für immense Steigerungen bei den Kraftstoffen.

1968…
Am 1. Mai 1968 bezieht Kaiser Söhne das neue Lager an der Wagenbergstraße. Das Fassungsvermögen des Lagers beträgt 280.000 Liter. Die Tageszeitung berichtet: „Imponierend sind die Sicherheitsvorkehrungen. Alle Tanks und Behälter sind doppelwandig, und mit optischen und akustischen Alarmvorrichtungen versehen“. Gleichzeitig wird in Lüdenscheid ein Zweiglager und in Freienohl ein Ausweichlager in Betrieb genommen. In einem Lagergebäude werden Schmieröle und -fette gelagert. In Deutschland gründet die ESSO in kurzer Zeit mehr als 40 gleichartige Unternehmen, die 1:1 nach dem Musterbetrieb in Neheim-Hüsten gebaut, organisiert und geführt werden. Der Absatz an Schmierstoffen wächst erheblich. Zwei Neheim-Hüstener Unternehmen stellen damals Elektro-Ölradiatoren her. Der tägliche Bedarf an Wärmeträgeröl (Ölfüllung im Heizkörper) beträgt 60.000 Liter, der von Kaiser Söhne mittels Tankwagen bereitgestellt wird.

1970…
wird die erste EDV installiert. Ein Hohner-Computer mit Lochstreifentechnik erfüllt die hohen Anforderungen der Betriebswirtschaft, aber ganz besonders auch die umfangreichen Anschreibungsvorgaben der Zoll- und Steuervorschriften für Mineralöle.

1973/74…
Der stark steigende Heizölbedarf wird auch von 25 selbständigen ESSO-Wiederverkäufern in der Region versehen, die von Kaiser Söhne betreut und beliefert werden. Der Heizölpreis beträgt im Großgeschäft zu dieser Zeit 7,85 DM per 100 Liter. Kurze Zeit später ändern sich die Preise schlagartig. Die Rohölkrise beschert autofreie Sonntage und ein neues Energiebewusstsein. Das wiederholt sich in der zweiten Krise 1981 nochmals.

1983…
Bedingt durch die Auswirkungen der Ölpreiskrise von 1979/1980 verkauft die ESSO AG 1983 das Unternehmen Kaiser Söhne an den damaligen Geschäftsführer Gisbert Uhlschmied. Durch ihn wird das Schmierstoffgeschäft in den folgenden Jahren zu dem wichtigsten Standbein für Kaiser Söhne. Die Beratung und die Akquisition erfolgt verstärkt durch besonders geschulte Außendienstmitarbeiter und einem ESSO-Ingenieur. Die Sicherheit der Tankfahrzeuge ist in diesen Jahren eine große Aufgabenstellung. Die Tankwagen werden mit einer „Bauchbinde“, Überrollbügel und ABS ausgestattet um sie besser bei und vor Unfällen zu schützen.

1990…
verstirbt Gisbert Uhlschmied nach schwerer Krankheit und das Unternehmen wird an die ESSO AG zurück verkauft.

1998…
vergrößert Kaiser Söhne seine Lagerfläche für Schmierstoffe. Die Tanks für Heizöl und Dieselkraftstoff werden rückgebaut. Nach neuesten gesetzlichen Vorschriften wird eine große Lagerhalle für Schmierstoffe errichtet.

1999…
Kaiser Söhne positioniert sich um. Das Geschäft mit Heizöl, Diesel- und Ottokraftstoffen wird an einen Wettbewerber übertragen und im Gegenzug dessen Schmierstoffhandel übernommen. Kaiser Söhne betreibt damit erstmals in der Firmengeschichte einen reinen Fachhandel für Industrieöle, Kraftfahrzeugöle und Fette.

2000…
Die ESSO und die Mobil bringen die Schmierstoffgeschäfte in Deutschland unter einem Dach als ExxonMobil zusammen. Das Produktportfolio bei Kaiser Söhne ist damit um eine weitere Marke gewachsen und deckt nahezu vollständig die Anforderungen des Marktes ab.

2002…
Die ExxonMobil trennt sich von nahezu allen Niederlassungen und verkauft das Traditionsunternehmen Kaiser Söhne an zwei bewährte ExxonMobil-Partner in der Region. Neue Gesellschafter der Kaiser Söhne werden Karl Josef Brachthäuser aus Finnentrop und die Lipps Mineralöle GmbH aus Hagen-Hohenlimburg. Die Logistik wird den neuen Anforderungen der Kunden angepasst. Zwei Tank-Lkw’s versorgen die Schmierstoffkunden mit loser Ware. Auf dem Lkw stehen auftragsbezogen gefüllte Tankwechselcontainer. Beim Kunden werden diese mit der Abgabevorrichtung und dem Kundentank verbunden und dieser befüllt. Das sorgt für eine Optimierung der Schmierstoffversorgung und innerbetrieblichen Logistik beim Kunden. Die Bestände in den Kundentanks können mittels Datenleitung überwacht werden und sorgen so für eine reibungslose Systemlösung.

2003…
Das Schmierstoffgeschäft der Lipps Mineralöle wird auf Kaiser Söhne übertragen und bedeutet für die Kunden eine weitere Stärkung und Verbesserung der Serviceleistungen durch die Bündelung von Fachpersonal, Fahrzeugen und Warenlager. Zahlreiche Kunden der Region und im Ausland werden kompetent und erfolgreich bedient. Eine neue Lagerhalle für Schmierstoffe wird zusätzlich errichtet und mit der vorhandenen verbunden. Beide Hallen sind nach den Richtlinien und Gesetzen des Gewässerschutzes errichtet. Allein für die mögliche Löschwasserrückhaltung werden finanziell erhebliche Mittel aufgewandt. Rund 250.000 Liter Schmierstoffe werden durchschnittlich gelagert und sichern die reibungslose Versorgung der Kunden. Der Vertrieb der Eigenmarke „KS Ölbinder“ wird in das Produktportfolio aufgenommen. Mit dem Total-Fluid-Management bietet Kaiser Söhne dem Kunden auf Wunsch die umfassende Versorgung des betrieblichen Bedarfs an Flüssigkeiten. Die Bündelung auf einen Lieferanten stellt für die Kunden eine wesentliche Vereinfachung und Kostenoptimierung dar. So ist Kaiser Söhne bestens gerüstet, mit kundenorientierten und innovativen Lösungen und hochqualifizierten Dienstleistungen die Anforderungen der Kunden zu garantieren.

2004…
Im November 2004 übernimmt Kaiser Söhne das Unternehmen MTN Mineralöle in Neuenrade. MTN Mineralöle ist ein langjähriger Partner der Mobil und vertreibt Mobil-Schmierstoffe und Kühlschmierstoffspezialitäten. Der Handel mit Kraftstoffen und Heizöl rundet das Geschäft optimal ab.